Familienunternehmen und ihre heiligen Kühe

Im Generationswechsel stehen für Familienunternehmen herausfordernde Veränderungen an. Manche Produkte und Abläufe sind so langjährig bewährt, dass sie wie in Stein gemeißelt scheinen, dennoch rütteln Nachfolgerinnen und Nachfolger daran. Mit gutem Grund. Denn die Zukunft braucht Kreativität, Innovation und Veränderung.

(Foto von Zekeriya Sen auf www.unsplash.com)

Nachfolger werden am Vorgänger gemessen. Wie mit dem Zollstock ermittelt wird jede Abweichung von dem, was der Vorgänger oder die Vorgängerin entschieden oder getan hat, registriert. Von manchen im Team wohlwollend betrachtet, von anderen heftig kritisiert. Ein verändertes Verhalten und vielleicht sogar ein veränderter Wertmaßstab eines oder einer neuen Vorgesetzten bringt alle Mitarbeitenden dazu, sich zu positionieren, Farbe zu bekennen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Alles so zu machen wie immer, zwingt niemanden zum Nachdenken, damit kann jeder in seinem Hamsterrad (oder bei ihren Excel-Tabellen) bleiben und jeden Tag von neuem die Dinge und Termine abarbeiten, die der Kalender vorsieht.

Mutige Vorgesetzte gehen mit ihren Teams ins Gespräch, fragen nach, lassen sich die Abläufe und Vorgänge erklären. Sie fühlen sich in die Mitarbeiter und ihren Stolz auf ihre Arbeit ein und erkennen an, was bisher geleistet wurde. Und erst dann, wenn sie verstanden haben, welche Werte das Team treiben, was „den Laden zusammenhält“, bieten sie Alternativen an. Zum Ausprobieren, versteht sich. Das ist für viele der vermeintlich lange Weg, langfristig gesehen, ist er dennoch der kürzere. Denn das Team geht mit und er-schafft gemeinsam die Zukunft.

Diesen Mut empfehle ich auch Unternehmensnachfolgern, die den Staffelstab von Mutter oder Vater übernehmen. Denn in Familienunternehmen hat jede Nachfolgerin nicht nur den Job des oben beschriebenen Nachfolgers, sondern es geht zusätzlich um die Klärung der Rollen zwischen Vätern und Töchtern oder Müttern und Söhnen. Die emotionale Verbindung ist der professionellen Geschäftsbeziehung einfach oft im Weg – weil sie nicht besprochen und geklärt ist. Und so wabern nicht ausgesprochene Erwartungen durch das Unternehmen und machen den Übergabeprozess für alle Beteiligten schwerer als er sein müsste.

Ralf Besser:
Die "Heilige Kuh" steht als Symbol für längst überkommene Regeln, die jedoch immer noch eingefordert oder unreflektiert gelebt werden.

Sie wollen wertschätzend und respektvoll mit Ihren „heiligen Kühen" umgehen? Dann sprechen Sie mich an. Ich unterstütze Sie dabei, die eigene Klarheit zu finden, den Gründungsmythos neu zu entdecken und zu würdigen, und gemeinsam zukunftsfähige Rituale zu finden. Damit nicht irgendwann die Menge der heiligen Kühe Ihren Betrieb empfindlich stört …

Mein Tipp für Unternehmerfamilien:

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