Ich bin wieder da!

Vor 10 Tagen habe ich meine digitale Pause kommuniziert. Direkt um 8 Uhr habe ich den Blogartikel kontrolliert, bei facebook und Instagram gepostet, das Handy auf die Seite gelegt und durchgeatmet. Ein kleines Gefühl von Freiheit tauchte in mir auf ...

Schon am nächsten Tag erlebte ich die erste kleine Probe: Ich wartete einen Moment beim Friseur – normalerweise ein idealer Zeitpunkt, um in den social media-Kanälen spazieren zu gehen – ich schaute nach draußen und in die Sonne – mit einem kleinen Gefühl von Bedauern …

Am dritten Tag spielte mir das Wetter in die Karten: Wir haben nachmittags im Garten gesessen und Eis gegessen. Ohne Handy. Ich habe meinem Mann dabei zugesehen, wie er das Beet für Kartoffeln vorbereitet hat. Ja, im letzten Jahr hatten wir ein kleines Stück Rasen zu einem Gemüsebeet umgewandelt. Die eigenen Kartoffeln waren so gut, dass wir dieses Vorhaben wiederholen! Der Nachmittag hat sich wie ein Kurzurlaub angefühlt. Es ist eben auch schön, anderen beim Arbeiten zuzusehen.

Den Samstag verbrachte ich ganztägig – online- in der Arbeit mit lieben Kolleginnen und Kollegen,  mit 14 fantastischen Menschen, die ihre Zeit und ihre Energie dafür einsetzen, gemeinsam die Arbeitswelt zu verändern.  Jede*r an seinem und ihrem Platz in der Welt. Ich war beseelt von der Gemeinschaft und der Energie, die auch im digitalen Raum entsteht. Ich habe das Handy keine Sekunde lang vermisst.

Sonntags morgens mag ich es bei einen ausführlichen Spaziergang durch die Welt von Facebook und Instagram zu sehen, wer was macht und was es Neues gibt bei meinen Freundinnen und Freunden in den sozialen Medien. Zeit für ein Kontrastprogramm: Der Drilandsee ist ein schöner Ort und ein Spaziergang durch das angrenzende Moorgebiet Gildehauser Venn hat mich entschleunigt. Ich habe das Handy benutzt, um Fotos zu machen. Wie selbstverständlich nahm ich eine neue Whats App wahr und wollte prompt reagieren. „Mal schnell den Status der anderen Person checken.“ Völlig unbewusst war ich auf einmal mittendrin in den sozialen Medien. Dann kam der Moment des Aufwachens, ein Gefühl von Erschrocken sein – das willst du doch gar nicht – und weg mit dem Handy. Das Gefühl, ertappt worden zu sein. (Der Hirnforscher Gerald Roth sagt dazu übrigens: „Wir tun nicht immer, was wir wollen, wir wollen aber immer, was wir tun.“)

Am Montagmorgen dann eine gute Nachricht meines Handys: 11 % weniger Bildschirmzeit als in der Woche zuvor! Ein kleines Gefühl von Erfolg!

Und so ging es durch die nächsten Tage: Immer wieder das Gefühl von Bedauern, etwas nicht mitzubekommen, sich nicht durch Whats App-Nachrichten mit Freunden verbinden zu können – es ist aufwendiger, ein Foto auf den Rechner zu laden und per E-Mail an eine Freundin zu versenden, als es mit einem Klick per Whats App zu tun! Und ich habe auch wunderschöne Postkarten zu Ostern verschickt – die Post liefert nach wie vor täglich.

Mein Fazit: Ich habe bewusst Zeit für mich erlebt. Die Auszeit schafft Bewusstsein. Bewusstsein dafür, dass auch im Online-Kontakt Verbindung entsteht, dass die kurzen Status-Meldungen der anderen mich teilhaben lassen an ihrem Leben und Arbeiten, und dass ich mich manchmal von den vielen spannenden Informationen und Angeboten der sozialen Medien verführen und von meinen Prioritäten ablenken lasse …

Deshalb wird die Aktion in unregelmäßigen Abständen wiederholt -ich werde sie sozusagen als neue, gute Gewohnheit etablieren.

Ab sofort bin ich wieder online und freue mich darauf, die wartenden Nachrichten und Beiträge zu lesen und mich mit allen zu verbinden.

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