Der Kreative-Klasse-Test

2006 habe ich Matthias Horx, den Zukunftsforscher, kennengelernt. Ich habe sein Buch „Wie wir leben wollen“ gelesen. Schon damals hat mich sein Kreative-Klasse-Test so beeindruckt, dass ich ihn für meine Trainings visualisiert habe.

Bild von "my life through a lens" auf www.unsplash.com

"Wo endet das Reich der Wiederholung und wo beginnt das der Schöpfung?" fragt Matthias Horx in seinem Buch.

Eine spannende Frage, finde ich.

"Archtitekten, Animateure, Analysten, Ballerinen, Berater, Caterer, Clowns, Coaches, Designer, DJs, Erfinder, Fitnesstrainerinnen, Lektoren, Logistiker ..." Horx erstellt eine eindrucksvolle und unvollständige Liste von aktuellen kreativen Berufen. (Wie wir leben werden, Seite 130) Welche Berufe wohl in 5 Jahren dazugehören? Und welche es vielleicht bald gar nicht mehr gibt ...

Heute, 2020, werden viele Menschen aus Berufen und Professionen, die sich noch 2006 vielleicht nicht zur kreativen Klasse gezählt hätten, seine Fragen mit „Allerdings“ beantworten.

Sie wollen wissen, ob auch Sie dazu gehören?

Hier sind die fünf Fragen von Matthias Horx.

  1. Verdienen Sie Ihr Geld überwiegend mit Leistungen, die einen Unterschied erzeugen?
  2. Wissen Sie nur ungefähr wie Ihre Tätigkeit in einem, in zwei oder in fünf Jahren aussieht?
  3. Haben Sie in Ihrem Leben schon mehrere Berufe ausgeübt?
  4. Beträgt der zeitliche Aufwand, den Sie zum Üben, Trainieren und Weiterentwickeln Ihrer Fähigkeiten aufwenden, mehr als 50 % der Zeit, in der Sie tatsächlich performen, also aktiv Geld verdienen?
  5. Variiert Ihr Einkommen um mehr als 30 % im Jahr – bzw. kann es in den nächsten Jahren um diese Schwankungsbreite variieren?

Und wenn Sie mindestens eine Frage mit einem klaren „Allerdings“ beantworten, gehören Sie zum kreativen Milieu. Willkommen im Club!

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Was Kreativität für mich ausmacht? Es gibt viele Definitionen, Annäherungen und Beschreibungen. Mir gefällt aktuell diese von Hans-Curt Flemming sehr:

„Kreativität ist der Sprung über Regeln, über die alten Bahnen und Gesetze hinaus: Sie ist die schöpferische Anwendung von Beobachtungen. Sie benutzt die Gewissheit, dass alle Regeln nichts weiter sind als Hilfsmittel, Denkmodelle, und dass sie sozusagen leichtbeweglich sein müssen, um nicht hinderlich zu sein.“

Passt das nicht genau zu uns und unserer Herausforderung durch die Pandemie heute? Ich finde, dass diese Krise uns alle herausfordert, genau hinzuschauen, wahrzunehmen, was ist. Und dann kreativ zu sein, mutig Neues auszuprobieren und ja, alte Regeln in Frage zu stellen, um neue Lösungen zu finden. Denn die schlichte Frage an uns alle heißt:  Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten?

Ich habe sie für mich beantwortet: Leichtfüßig, mit wenig Gepäck, agil und kreativ, und manchmal, wenn ich ganz mutig bin, auch radikal.

Monika Bone:
Ich bin sehr neugierig, was da noch alles kommt ...

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir mit kreativem Geist in dieses neue Jahr 2021 hineingehen und gemeinsam das Beste daraus machen; dass wir aus diesem Jahr alles herausholen, was für uns und die Welt möglich ist. Das muss es schon sein.

 

Kommentare

Anja Meuter

21.12.2020

Liebe Monika,

ein sehr passender Beitrag zum Abschluss eines verrückten Jahres. Ich freue mich darauf mit dir und anderen kreativen Mitstreitern im nächsten Jahr ins kalte Wasser zu springen und in das Meer der Möglichkeiten einzutauchen, ab und an die Luft anzuhalten, zu schauen, was sich tief unter der Oberfläche verbirgt und dann erfrischt und mit neuen Ideen wieder aufzutauchen.

In dem Sinne wünschen ich uns allen schlicht DAS BESTE für 2021!

Anja Meuter

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